Ruine Wolfstein

Erstmals wird 1217 ein Perchtold v. Wolfstein als Besitzer erwähnt. 1240 Albero V. von Kuering. Ein Umbau erfolgte 1286. Eine Kapelle, welche noch heute erhalten ist, wird 1392 urkundlich erwähnt. Im 14. bis 16. Jhdt. Sitz landesfürstlicher Burggrafen und Pfleger aus verschiedenen Geschlechtern. Seit 1620n im Besitz des Stiftes Göttweig. Seither auch Verfall der Burg.
Über die Erbauung und erste Besitzer ist nichts bekannt. Die Gründung erfolgte wahrscheinlich im 12. Jhdt. und auch die ersten Besitzer waren bereits Lehnsträger der bayerischen Herzöge. Auf diese Lehenshoheit verzichtete erst 1629 Kurfürst Maximilian II. von Bayern zu Gunsten des Stiftes Göttweig.
Von 1357 bis 1430 im Besitz der Herren von Maissau. Diese hatten auch das "Wolfsteiner Landesgericht" über. Heidenreich v. Maissau; oberster Schenk und Landmarschall im Lande unter der Enns.

Zur Bergruine geht man etwa 10 min. über einem tiefen Wehrgraben erreicht man das Tor mit einem Einmannloch. Im Kreis umfangen die Reste der mächtigen Schildmauern den Bereich der Hochburg. Die Westwand des Bergfrieds ist noch in voller Hohe erhalten. Unter dem Bergfried steht noch die erhaltene Kapelle, welche dem Hl. Jakob dem Älteren geweiht ist. Der Heilige steht bei dem Gläubigen Volk in hoher Verehrung und wird besonders in Zeiten der Dürre angerufen. Die Statue des Hl. Jakobus stammt aus dem 16. Jh. und wird vor allem von Wallfahrern besucht.

In der Kapelle frühbarockes Kreuzgratgewölbe. Im Obergeschoss innen eine halbkreisförmige Apsisnische; das Weihwasserbecken ist aus einem frühgotischen Kapitell gehauen. Hinter dem Wachturm stehen einige Reste des Burggebäudes, dessen eine Längsseite mit den fünf größeren Fenstern noch vollständig erhalten blieb.

Bildstock Hl. Wolfgang

Diese Bildsäule, die sich in der Ortsmitte von Wolfstein befindet, zeigt einen Mönch, der drohend die Hand gegen aufflatternde Vögel erhebt. Der heilige Wolfgang ist eine sehr reale Figur, mit einer realen Beziehung zu unserer Heimat. Doch zunächst zur Sage: Demnach soll Wolfgang einst durch dieses Tal gewandert sein und an dem Felsblock Rast gemacht haben. Vertiefungen im Stein sollen die Fußabdrücke des Heiligen darstellen. Tatsächlich war der Benediktinermönch Wolfgang, knapp vor seiner Bischofsweihe im Jahre 972 in unserer Heimat gewesen. Bischof Ulrich von Passau hat ihn nach der Schlacht am Lechfeld (995) als eine Art "Entwicklungshelfer" gewonnen. So führt man Wieselburg (979) auf eine Gründung des Heiligen Wolfgang zurück. Vermutlich besuchte Wolfgang das Benediktinerkloster Niederalteich, das bereits 830 im Wolfsteintal stand.
Die Legende und ihr historischer Kern zeigen sehr viel Ähnlichkeit mit dem berühmten Heiligtum St.Wolfgang am Wolfgangsee, denn auch dort werden Abdrücke des Heiligen gezeigt. Mit diesen "Steinerweichungen" gelang es damals geschickt, vorchristliche, heidnische Kultsteine zu Stätten der Heiligenverehrung umzuwandeln.
Ob der Ort, das ehemalige Schloss sowie die Burg den Namen vom Stein ableiten, oder umgekehrt, wird sich wohl nie klären lassen.

Markgraf Gerold und seine Töchter im Dunkelsteinerwald
Jakobus im Schnee auf der Ruine Wolfstein